LandFrust: Müll (9/33)

Müll und Müllvermeidung sind keine Nebensächlichkeit.

Dennoch ist meine meine Nebensächlichkeit Nr. 9: Müllvermeidung.

Ich habe bei meinen 30 Dingen, die mir wichtig sind, auch schon darüber geschrieben und deutlich gemacht, dass ich es für sinnvoll halte Müll zu vermeiden. (Hier!) Und dennoch sehe ich überdeutlich, dass mein Müll und der meiner Familie global gesehen eine Nebensächlichkeit ist. Welchen Unterschied machen wir schon?

Welchen Unterschied macht es im Großen, wenn die Mama sich ihren Kaffee selbst kocht, statt ihn beim Bäcker im Einwegbecher zu kaufen? Oder wenn die Mama keine Frischhaltefolie mehr verwendet. Oder Stofflappen statt Papierküchentücher. Oder Waschlappen statt Babyfeuchttücher. Oder Großpackungen statt Portionspackungen. Es macht im Vergleich mit großen Firmen, es macht global wohl kaum einen Unterschied.

Mülltechnisch bin ich eine Nebensächlichkeit.

Auch dass ich weniger Kleider im Kleiderschrank habe und diese wenige Kleidung länger trage. Dass ich Dinge repariere(n lasse), etwas Gebrauchtes kaufe, statt etwas Neuem. Oder dass ich seit 5 Jahren meinen Bürobedarf aufbrauche und nur etwas Neues kaufe, wenn ich von dieser Sache gar nichts mehr da habe. All das macht doch im Großen keinen Unterschied und ist absolut nebensächlich.

Aber das ist ein gefährlicher Gedanke.

Denn im Einzelnen sind wir Alle wenn es um die großen globalen Probleme geht, nebensächlich. Aber wenn für den Erhalt der Umwelt oder Frieden demonstriert wird, dann sind das lauter kleine Einzelmenschen, die zusammen die große Demo bilden.

Natürlich ist es nebensächlich ob die eine Mama einen eigenen Becher dabei hat und keinen Wegwerfbecher verwendet, aber die eine Mama hat Kinder und die bekommen gute Gewohnheiten mit. Und wenn der eine Papa morgens sich für seinen Cappuchino in die Kantine rein setzt und sich 5 Minuten dafür Zeit nimmt, dann gehen zwar trotzdem noch genug Gehetzte mit ihren Wegwerfbechern an seiner Porzellantasse vorbei, aber es bleibt ihm der ruhie Moment. Und vielleicht sieht es einer der Hetzenden und denkt sich: „Ach, 5 Minuten hinsetzten ist doch auch ganz nett. Und diese Mitnahmebecher sind eigentlich doof. Scheint ja okay zu sein auch hier seinen Kaffee zu trinken.“

Es ist manchmal fies, das mit den Nebensächlichkeiten, denn das kleine Gute, dass ich tue ist natürlich im Großen völlig unbedeutend, aber wenn wir alle einfach aufhören, die kleinen guten Sachen zu machen, dann passiert viel Schlechtes. Und beim Müll ist es so, dass ich versuche mich auf das kleine Gute, dass für mich selbst dabei rum kommt zu konzentrieren. Zum Beispiel, dass es Geld spart – Kaffee Zuhause kochen ist immer billiger. Oder eine kleine Pause ermöglicht oder ein bisschen sogar erzwingt – einfach kurz sitzen bleiben statt etwas „aus der Hand“ zu sich zu nehmen.

[Das Beitragsbild zeigt einen Blumenstrauß, den ich vor dem Urlaub nicht wegwerfen wollte und daher in einer Plastiktüte, die ich noch da hatte und die innen etwas schmutzig war, meiner Schwiegermutter mit brachte.]

Fashionblog: Reisehut (8/33)

Ich spreche heute über Flugreisen und meinen Bruder und Hüte und ein bisschen über Unsicherheiten.

Heute also Nebensächlichkeit Nr. 8: Mein Reisehut.

Das ist ein altes Bild von meinem Reisehut und mir. Ich bin immer wieder fasziniert davon, wieviele Geschichten hinter einfachen Dingen stecken. Diesen Hut trage ich nicht mehr und habe ihn daher verschenkt, aber ich habe ihn oft getragen und ein paar gute Erinnerungen. Doch zuerst mal das Bild:

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Ich halte den Hut in der Hand, weil ich es nicht geschafft habe meinen Kopf mit auf das Bild zu bekommen. Diesen Hut habe ich bekommen als ich das erste mal in New York war und so taucht er auf vielen Bildern auf, die dort entstanden sind und in noch mehr Erinnerungen, denn ich trug ihn daraufhin eigentlich immer beim „rüberfliegen“. Insgesamt flog ich 9mal in die USA und zurück, um meine Eltern zu besuchen, während sie dort lebten. Meine Reise sah immer relativ ähnlich aus: Im Morgengrauen aus meiner Studentenwohnung krabbeln, auf den ruhigen dunklen Straßen Münchens ein paar heimkehrenden Studenten ausweichen, in die U-Bahn steigen, der kontrollierenden Person vom MVV erklären, wie das MVV FAhrkartensystem funktioniert(e – es hat sich wohl geändert irgendwie…), in die S-Bahn umsteigen, kontrollieren, ob ich in dem S-Bahn Teil sitze, in dem auch alle anderen mit großen Koffern sitzen, am Flughafen aussteigen, mich freuen, dass ich noch so viel Zeit habe, in den Andachtsraum dort gehen, mich mit Muslim_innen unterhalten, beten, zum Check-In, zum Gate, in das Flugzeug, dann folgte die große Flugzeugroutine. Ich habe mir den langen Flug sorgfältig aufgeteilt. Die esten Male erschien er mir so endlos, die Aufregung war so groß, einmal begleitete ich ein kleines Mädchen, einmal unterhielt ich mich mit einem Professor für Mikrobiologie über mittelalterliche Handschriften, aber insgesamt war es SO VIEL ZEIT. Die wollte genutzt werden. Ich zerlegte sie also für mich in viele kleine Abschnitte: Reinkommen, Platzfinden, Hinweisen lauschen, mein Zeug sortieren, Film auswählen, Buch bereitlegen, Zollunterlagen und Immigration-Papers ausfüllen, usw. Ich kann mich nicht mehr an alles erinnern, nur noch daran, dass mein Hut in meinem Schoß lag, darin kleinere Sachen, die ich brauchte – Kopfhörer zum Beispiel oder Taschentücher. Und ich kann mich daran erinnern, dass mir mancher Flug – auf dem mein Zeitplan besonders gut funktionierte – viel zu kurz erschien. (Kaum, dass ich es geschafft hätte, meine Uniunterlagen fertig zu lesen.) Ich sah mir nicht einmal jedes Mal einen Film an, so beschäftigt war ich. (Einmal sah ich einen Film nur auf dem Bildschirm der Person vor mir, da mein Bildschirm kaputt war – das war eine Enttäuschung als ich den Film dann Zuhause mit Tonspur mir ansah…) Irgendwann immer unweigerlich Landung. Manchmal sogar zweimal. Über Weihnachten bekam ich nie Direktflüge von München, was mein Bruder J und ich nutzten, die Flüge so zu legen, dass wir uns am Umsteigeflughafen treffen konnten. Und das ist eine meiner liebsten Reisehut-Erinnerungen. Wie ich in einer Warteschlange stehe und hoffe, dass auch er den Anschlussflug erreicht, und er kommt den Gang entlang mit seinem Handgepäck und ruft mir zu: „Der Reisehut!“ Mit dieser besonderen Betonung, wenn wir eine kindliche, aber auch pendantische Freude an unseren kleinen alltäglichen Ritualen zeigen wollen, die uns Sicherheit und Geborgenheit geben. Wenn mir jemand beigebracht hat, dass es gut ist, sich manchmal selbst zu bemuttern, dann mein Bruder – du bist mitten im Abenteuer, aber du bist auch ganz bei dir selbst und daheim, denn du steckst unter deinem Reisehut. Unsere Vertrautheit und kleinen Witze taten ihr Übriges für mein Wohlbefinden.

Der Reisehut hatte im Alltag den Nachteil, dass ich darunter schwitzte und meine Haare unvorteilhaft platt gedrückt wurden. Nach so einem langen Flug jedoch, sind Haare immer platt und schlaff – da ist so ein Hut ganz praktisch und macht, dass ich wohl nach außen hin manchmal aussah, als wäre ich eine richtige Jetsetterin oder wie auch immer heute Vielreisende genannt werden.

Oder wie eine Kandidatin für diese Castingshow, die ich nie gesehen habe, in der wohl Menschen ihre Gesangskünste vorführen und dafür öffentlich nieder gemacht werden. Ein solches Casting fand nämlich eines Tages genau dort statt, wo ich mit meinem Reisehut wieder deutschen Boden betrat und so freundlich und professionell die diensthabenden Menschen ansonsten waren, wenn sie meinen Pass kontrollierten, konnten sie sich an jenem Tag ein süffisantes Nachfragen nicht verkneifen und waren dementsprechend peinlich berührt, als ich nicht wusste auf was sie anspielten, keine Ahnung hatte, von welcher Show sie sprachen, lachend sagte, dass ich nicht singen könne und überhaupt gerade aus New York käme – was in diesem Fall dann doch wohl cooler war als der Reisehut.

Da lernen wir: Möchtest du dich unterwegs ‚gut behütet‘ (sorry…) fühlen – Reisehut!! Möchtest du für eine emporstrebende Unterhaltungskünstlerin gehalten werden – Reisehut!!!! Möchtest du einfach eine Art Schale im Schoß halten in die du dein ganzes Klimbim unterwegs werfen kannst – Reisehut.

Bevor Schluss ist für heute noch eine kleine Erinnerung, die nichts mit meinem Reisehut zu tun hat, aber sehr viel mit ihm zu tun hätte haben können, wenn ich diesen Tipp früher bekommen und beherzigt hätte. Mir vertraute mal ein Mensch an, sich in der Öffentlichkeit eigentlich immer unwohl zu fühlen und das Gefühl angestarrt zu werden, niemals los. Was da helfe, sei ein Hut. Denn mit Hut, sei es ja klar, warum die Leute starren – Huttragen ist nicht mehr so selbstverständlich wie früher, wenn sie also starren, dann wegen dem Hut!

Fashionblog: Warum eigentlich? (7/33)

Manchmal werde ich gefragt, warum ich meinen Blog eigentlich „Fashionblog“ nenne.

Nebensächlichkeit Nr. 7: Warum eigentlich „Fashionblog“?

Zuerst musss ich sagen, dass ich selbst immer erwartet hatte, dass ich nach dem Namen dieses Blogs „interessanterseits“ weitaus öfter gefragt werden würde. Aber ich freue mich, dass das anscheinend selbsterklärend ist. Ich bekam sogar schon das Feedback, dass das sehr zu mir passen würde, dass ich meinen Blog so nenne. Das freut mich.

Und auch meine fiktive Zeitschrift die LandFrust wird nur selten hinterfragt. Allerdings wurde schon mit dem Gedanken gespielt, sie eine reale Zeitschrift werden zu lassen. Ein Gedanke, der durchaus amüsant erscheint. Zumindest so lange, bis ich anmerke, dass ich dann schon gerne die Chefredakteurin wäre und auf Photostrecken wie „Die schönsten Raufasertapeten Deutschlands“ bestehen würde. Dann winken Alle immer ab.

Aber, dass ich mit schöner Unregelmäßigkeit meine Blogposts hier mit „Fashionblog“ betitele, das beschäftigt Leute. Und ich erkläre es gerne:

Das begann als ein Witz auf dem Sozialen Netzwerk, dem seit einiger Zeit die zukünftige Bedeutungslosigkeit vorhergesagt wird (was bisher nicht eingetreten ist). Dort schrieb ich kurze Texte in denen ich versuchte den Schreibstil von Modeblogs nachzuahmen. Für Lacher. Ich fand es lustig meinen Kaffeebechern ein „modisches Makeover“ zu verpassen. Oder über den Zuhause-rumgammeln-Look meines Cousins zu schreiben, als wäre er das neue Fashionicon. Oder über Kaffeetrinkende Hunde. Oder darüber, dass ich mich ungeduscht an den Laptop gesetzt hatte und dann aber dringend das Auto umparken musste, meine Unangezogenheit aber geschickt hinter einem wichtigen Gesicht versteckte. Über all sowas wurde dann in meiner Familie geredet als „Julias Fashionblogs“. Und ich fand das ebenfalls sehr lustig. Also schon allein einen einzigen Blogbeitrag oder Blogpost als Blog zu bezeichnen – was in meinem Verständnis die ganze Seite eigentlich meint. Und natürlich fand ich es lustig so zu tun, als ob ich Ahnung von Mode hätte. Es ist zwar nicht so, als ob mir Mode völlig egal wäre, aber mit meiner minimalistischen Ökotantenhaltung bin ich keine gute Kundin für die Fashionindustrie. Und allein die Vorstellung ich könne versuchen wollen, aus meinem Kleiderschrank heraus interessante Outfits für einen Fashionblog zusammenstellen, ist irgendwie lustig. Ich bezeichne meinen Kleiderschrank gerne als „einen Traum aus hellblau, rosa und grau, meistens abgelegte Klamotten meiner Tante“. Und meine Modelqualitäten erschöpfen sich für Bilder wie dieses, auf dem ich meine liebste Strickjacke trage. (Und dieser letzte Nebensatz sagt dann auch schon Alles über meine modische Entwicklung. Also Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft meines Styles.)

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Die traurige Fashionwahrheit ist, dass ich hier tatsächlich versuche Tipps einer echten Modebloggerin für Selbstbildnisse umzusetzen.

Das ist also der ganze Witz hinter meinen Fashionblogs. Dass ich über fast Alles schreibe, nur so gut wie nie über Mode. Und trotzdem bemühe ich mich manchmal über fadenscheinige metaphorische Versuche den Schein zu wahren. Der Trend geht ja schließlich zur weit hergeholten Überleitung. Eine Bemäntelung meiner wahren Absichten durch das dünne Gewebe einer textuellen Einkleidung, die dem Ganzen ein gewisses modisches Flair geben soll. Und dann schreibe ich über so Dinge wie die Wäscheklammern.

(Zugegeben, ein paar Mal hab ich tatsächlich über Kleidung geschrieben. Aber meistens tue ich nur so.)

LandFrust: „Jo mei, hamma denkt.“ (6/33)

Ist euch schon mal aufgefallen, dass Worte, wenn sie zu oft laut gesagt werden, ihre Bedeutung verlieren? [Zwischendurch wird es heute ein bisschen anspruchsvoll, fürchte ich, denn ich erzähle was aus meiner Dissertation.]

Nebensächlichkeit Nr.6: Jo mei.

Mir ging das in meinem wissenschaftlichen Arbeiten so. Da schrieb ich hunderte Male „Metapher“ und ich dachte so lange nach über „Metaphern“ und irgendwann merkte ich, dass mir gar nie klarer wurde, was das eigentlich ist, eine „Metapher“. (Spoiler für meine Dissertation: Der Teil in dem ich auf Metapherntheorie zu sprechen komme, zeigt dieses Defizit deutlich.) Tatsächlich hatte ich schon eine Vorstellung, was dieses Wort bedeutet und auch was die anderen Worte oder Wortkombinationen, die ich als „Metaphern“ bezeichne, bedeuten – aber je öfter ich darüber nachdachte, je öfter ich auch Vorträge hielt und diese Worte aussprach, desto unsicherer wurde ich. Wie wenn ich so einen Schreibfehler habe, den ich so oft gemacht habe, dass ich ihn schon erwarte, dann aber vor lauter Unsicherheit auch gar nicht mehr weiß, welche Version jetzt die „richtige“ ist. Und aus meiner Arbeit heraus weiß ich auch, dass ich damit nicht alleine bin. In meinem Versuch „Metapher“ wenigstens für den Rahmen meiner Arbeit zu definieren, sage ich nämlich, dass „Jungfrau“ bei Maria im Mittelalter eigentlich gar keine Metapher ist bzw. sein kann, aber nicht zwangsläufig ist. Da zeigt es sich nämlich, dass die ganze religiöse und traditionelle und metaphorische Bedeutung des Wortes „Jungfrau“ irgendwann nebensächlich wird, weil das Wort nur noch als eine Variante des Namens von Maria, der Mutter Jesus von Nazareths, verwendet wird. Die Leute merken quasi gar nicht mehr, dass dieses Wort eine ganze Menge sonst noch bedeutet. So wie „quasi“, das mein Vater und ich gerne als eine Art Füllwort verwenden. Eigentlich doch ein eigenständiges lateinisches Wort, aber von uns degradiert dazu, uns eine kurze Einleitung dafür zu geben unseren Punkt nochmal in anderen Worten darzustellen. Quasi Wiederholungsentschuldigung in einem Wort ohne sonstige Bedeutung.

Das Prinzip Worte, so lange laut auszusprechen, dass sie ihre Bedeutung verlieren, kann aber auch ganz essenziell werden. Quasi zur Kernidentität sprachlicher Äußerungen anwachsen. Und das nennt sich dann Bairisch.

(Vorsicht, ich stelle meine Beobachtungen jetzt gleich maßlos überspitzt dar. Wer tatsächlich Interesse an den bairischen Dialekten hat, dem kann ich empfehlen, sich das Lexikon von Ludwig Zehetner „Bairisches Deutsch. Lexikon der deutschen Sprache in Altbayern“ zuzulegen.)

Ein Satz wie „Hoit dei Fotzen“ kann hier ohne jegliches Erröten trotz Kenntnis des Hochdeutschen laut und wiederholt auch vor Kindern ausgesprochen werden – das kann ich mir nicht anders als mit oben beschriebenem Prinzip erklären. In der Rückbildungsgymnastik, die ich vor jetzt 5 Jahren [Nochmal Alles Gute zum Geburtstag nachträglich, Kuku!!] besuchte, wurde uns – glücklicherweis vor Beginn der Turnübungen, sonst wäre ich nämlich von den Anweisungen völlig überfordert gewesen – erklärt, dass mit „Oarsch ‚zam“ die Pobacken gemeint waren, während eine gewünschte Beckenbodenmuskelanspannung im Bereich des Anus („Poloch“ war das gewählte Wort) mit „Popo ‚zam“ signalisiert werden würde.

Natürlich kann mir jetzt erklärt werden, dass in keinem meiner Beispiele so wirklich Wortbedeutung verloren geht. Aber das ist es ja – so wirklich nicht. Interessanterseits verlieren Worte nie ganz ihre Bedeutung, sonst würden sie doch nicht mehr verwendet werden. Und gleichzeitig kann im Bairischen Smalltalk bestritten werden mit einem einzigen Ausspruch dessen wirkliche Gesamtbedeutung sich mir immer noch nicht so recht erschließt. Eine Antwort, die auf quasi alles passt. Quasi der perfekte Kommentar zu meinen Nebensächlichkeiten:

„‚Jo mei‘, hamma denkt. Jo mei.“

[Das Beitragsbild zeigt mein Arbeitsplatz bei Überarbeitung meiner Dissertation.]

LandFrust: Bürostühle (5/33)

Nebensächlichkeit Nr. 5: Bürostühle

Drei völlig unzusammenhängende Erinnerungen und Gedanken zu Bürostühlen.

  • irgendwann wurde mir mal gesagt, dass es besser sei einen etwas unbequemen Bürostuhl zu haben. Und es stimmt schon, dass ich dann öfter aufstehe und die Sitzposition ändere. Aber ich bin mir nicht sicher inwiefern ein Stuhl, der beständig Geräusche macht, dazu beiträgt. Denn wenn jede Bewegung („bewegt“ oder „dynamisch Sitzen“ ist das Schlagwort, glaube ich) ein nerviges Geräusch macht, dreht sich der Effekt wieder um. [Diese Überlegung hat absolut gar nichts zu tun mit dem sehr zum bewegten Sitzen anregenden Bürostuhl meiner Mutter, der nervige Geräusche macht, wenn ich mich bewege. Rein gar nichts. Das ist wirklich ein Zufall. Ehrlich. … *hüstel*]
  • einmal arbeitete ich mit einem Mann in einem Büro und er stand plötzlich auf und las seine Unterlagen an das Regal gelehnt. Er erzählte mir, dass er Probleme mit dem Rücken und den Knien habe und ich antwortete, dass ich auch Probleme mit den Knien hätte und deshalb beim Schulsport immer auf der Bank hatte sitzen müssen. Was etwas übertrieben war und gleichzeitig ihn wohl nicht sehr interessierte. Er versuchte dann noch über das Wetter zu reden. Aber als ich die Klimaerwärmung in meiner Antwort anbrachte, gab er es auf seiner gefühlten Pflicht, alle Praktikantinnen anzubaggern, nachzukommen und ließ sich frustriert wieder in seinen weichen großen Bürostuhl fallen.
  • sich auf einen Bürostuhl zu setzen und im Kreis zu drehen, ist die einfachste mir bekannte Art sein inneres Kind zufrieden zu stellen. Und gesellschaftlich einigermaßen akzeptiert.

[Das Beitragsbild zeigt eine Tasche und eine Strickjacke über einem Stuhl. Keinen Bürostuhl. Sorry.]

Nochmal Werbung zwischendrin (4/33)

Nur falls es noch niemandem aufgefallen sein sollte – ich mache den ganzen Juli Urlaub und bin wenig im Internet unterwegs. Aber ich war jetzt schon zweimal im Plapperbu.de Podcast zu Besuch und dachte, ich weise an dieser Stelle nochmal darauf hin.

Nebensächlichkeit Nr. 4: Podcast

Wer mich also vermisst oder einfach nur mal meine Stimme hören möchte, kann  sich das anhören – es ist die Fortsetzung unseres ersten Gesprächs von dem ich hier erzählt habe:

https://plapperbu.de/2019/06/11/elternschaft-und-emanzipation/

Podcasts sind ein super Medium. Entgegen dem, was ich hier mache – nämlich nette Sachen schreiben und einen kleinen feinen sicheren Ort im Internet schaffen – hab ich bei meinen ersten Ausflügen ins Land der Podcasts über eher kontroverse und eher ernste Themen gesprochen (Kindererziehung, Elternschaft, Feminismus, Hausarbeit, die Belastung durch den 1 1/2 Personenjob). Es ist schön beides zu haben und ich hoffe, dass ich noch ein paar Mal podcasten kann. Und ich hoffe, dass bei unseren zwei Gesprächen auch rüber kommt, dass es mir um ein „besseres Leben“ geht, nicht nur ums Schimpfen und Kritisieren. Emanzipation ist doch manchmal ein sehr anstrengendes Thema – das sei warnend gesagt, wenn ich hier den Plapperbu.de Podcast aus vollem Herzen empfehle – aber ich finde, es kann auf eine Weise angegangen werden, die auch Mut macht. Denn sich bestärkt zu fühlen und sich fähig zu fühlen, ist eine Voraussetzung dafür sich zu emanzipieren.

[Die Kommentare sind ausgeschaltet. Homer freut sich über Feedback zu unserem Gespräch auf seinem Blog.]