InsideInteressanterseits: Transparenz

Jetzt ist der Mai fast rum und ich habe gar nichts mehr geschrieben, dabei hätte ich noch einiges zu schreiben. Aber so läuft’s. Daher heute ein paar kurze Neuigkeiten aus meinem Leben bzw. von meinem Blog. Oder besser: Informationen.  Denn ’neu‘ ist daran gar nichts.

Ich folge ja so einigen Blogs im Internet und eifere ihnen in so ziemlich überhaupt nichts nach. Was ich aber sehr bemerkenswert finde, ist, wenn Berufsblogger offen über ihre Einnahmen und ihr Geschäftsmodell reden. Deshalb dachte ich, dass ich das doch auch mal machen könnte. Transparenz schaffen und zwar nicht nur mit halbdurchsichtigen T-Shirts, die bei diesem Wetter zugegebenermaßen gleichzeitig sehr angenehm wären und für mich vollkommen untragbar sind.

Also lieber Transparenz bezüglich meines Geschäftsmodells und so.

Ich habe in unserem letzten Urlaub eine Hotelangestellte zutiefst beeindruckt und wahrscheinlich auch etwas schockiert mit der Information, dass ich unsere Finanzen regle. Ich weiß nicht so genau, was daran schockierend sein soll, ab und an auf die eigenen Kontoauszüge zu schauen und monatlich auszurechnen, wieviel Geld für was aus unseren Taschen geflossen ist, aber anscheinend ist das etwas vollkommen Ungewöhnliches. Und tatsächlich gibt es gar nicht wenig (Teilzeit-)Hausfrauen, die mir schon mitgeteilt haben, dass ihre Männer das Geld heimbringen, während sie es ausgeben. Das verwundert mich. Jemanden, der oder die in einer Firma Anschaffungen macht, damit die Menschen in dieser Firma arbeiten können, nennt man meines Wissens „für den Einkauf zuständig“ oder so ähnlich. Man sagt doch nicht: „Ich arbeite in der Abteilung, die das Geld ausgibt, das die Leute aus der anderen Abteilung für die Firma einnehmen.“ Wenn man derjenige ist, der Schrauben einkauft, die dann nachher in ein Gerät eingebaut werden, das verkauft wird. Und das gilt doch auch, wenn man das Klopapier für eben jene Schraubeneinbaufirma kauft.

Ich bevorzuge jedenfalls die Formulierung „Gleichberechtigung.“ Jepp. Kurz und prägnant. Okay, vielleicht etwas zu kurz. Normalerweise sage ich, wenn mir mit dem Hinweis gekommen wird, dass „er“ ja das Geld verdient und „ich“ deshalb ja nicht zuständig sei, dass „er“ das Geld verdient, aber „ich“ es verwalte. Wir sind verheiratet. Wir haben einen gemeinsamen Haushalt. Gemeinsame Kinder. Eine gemeinsame Steuererklärung. Kurz: ein gemeinsames Leben mit gemeinsamen Aufgaben und Verantwortungen. Und demnach auch gemeinsames Geld. Und da müssen wir gemeinsam ein Auge drauf haben und damit das Auge auch etwas erkennt, stelle ich das für uns hübsch zusammen.

Was hat das jetzt mit diesem Blog zu tun? Ein bisschen etwas. Ein Teil unseres Geldes fließt nämlich in diesen Blog. Nicht (nur) im Sinne von meiner Zeit, von der ich meiner Ansicht nach zu wenig in diesen Blog investiere, sondern im Sinne von Geld. Ja, ich zahle Geld für diesen Blog und nehme absolut keines über ihn ein. Und ich plane auch nicht über diesen Blog Geld zu verdienen. Ich bewerbe ihn nicht und ich zahle das Geld, damit WordPress auf diesem Blog keine Werbung schaltet (und natürlich für die anderen Dienste rund herum). Ich sammle keine „Follower“ und „Daten“ sowieso nicht. Ich verkaufe hier nichts, sondern möchte einfach nur ein paar Texte teilen. (Falls jemand mich beauftragen möchte, etwas zu schreiben: Immer gerne natürlich, aber das wird mich nicht zu einer „Berufsbloggerin“ machen.)

Ich habe einige Gründe einen Blog zu schreiben und sie lassen sich Alle zusammenfassen in zwei Feststellungen: 1. Ich schreibe gerne. Und 2. Meine Familie wohnt zu weit weg. Ich habe diesen Blog, damit ich einen Ort habe, an dem ich ein paar kleine Texte veröffentlichen kann und damit (einige) Leute aus meiner Familie sie lesen können.

Und nur falls das hier jemand liest, der nicht mit mir verwandt ist und mich auch nicht persönlich kennt: Hallo! Schön, dass Du da bist. Für Dich schreibe ich natürlich auch besonders gerne!

Wobei das letzte ein bisschen eine Lüge ist, denn ich schreibe natürlich in Wahrheit weder für meine Familie noch für irgendeine andere Leserschaft, sondern nur für mich selbst – für Euch kopiere ich die Texte nur hier in den Blog und stelle sie online! Ich hoffe, sie machen Euch ein bisschen Freude!

Und ich wiederhole es noch einmal, was ich an anderer Stelle schon mal versprochen habe: Das hier ist für mich ein sicherer Platz im Internet. Ich möchte – auch wenn ich das vielleicht nicht immer schaffe – positiv und optimistisch schreiben. Ich möchte, dass man das hier lesen kann und davon ein gutes Gefühl zurückbehält. Jemand hat mir mal gesagt, es wäre wie in ein warmes Bad zu gleiten. Das bezog sich nicht auf meinen Blog, aber es wäre schön, wenn es so gewesen wäre.

Anders gesagt: Das hier ist ein Blog für meine Oma. (Hallo Oma!)

6 Gedanken zu “InsideInteressanterseits: Transparenz

  1. Das ist einer der am besten formulierte Disclaimer im Sinne der DGSVO, den ich bisher gelesen habe. Weiter so, dann hast du nicht nur den Einkauf sondern auch noch die Vertragsabteilung in eurem Familienunternehmen.

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    1. Das Problem ist nur, dass ich mich immer – vor die Wahl gestellt – für „besser formuliert“ entscheide. Was mich zu einer miserablen Juristin macht. Der Witz, der hier zugegebenermaßen sehr gut versteckt ist, ist, dass ich das schon länger hatte schreiben wollen. Ganz unabhängig von irgendwelchem Datenschutz.

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      1. Keine falsche Bescheidenheit. Lass dir von einem miserabelen Juristen sagen: Es gibt Menschen, die freuen sich darüber, wenn ein Jurist sich verständlich ausdrücken kann. Davon lebe ich seit vielen Jahren. 😉

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